Warum man die Eibesthaler Schneiderhänger schimpfte:

Nach einer wahren Begebenheit, niedergeschrieben von Hrn. Prälat Fried.

Im Jahre 1569 geschah es, daß bei Jakob Herberts eingebrochen wurde und ein Großteils seines Vermögens geraubt wurde.

Da der damalige Schneider Rothenthaler aufgrund einer Erbschaft nach Tulln gezogen ist, wurde sein Verschwinden sogleich mit dem Diebstahl in Verbindung gebracht.

Unter einem falschen Vorwand wurde er zurück nach Eibesthal gelockt, und ohne ordentliche Anhörung in den Kerker gesteckt.

Eigenhändig wurden Untersuchungen durchgeführt und Rothenthaler wurde auf schreckliche Weise gefoltert.
Er beteuerte jedoch immer wieder seine Unschuld, was seine Peiniger jedoch nicht davon abhielt, ihm noch mehr Schmerzen zuzufügen.
Ein eigens hinzugezogener herrschaflticher Folterknecht ging unverrichteter Dinge, da er nicht mit ansehen wollte, wie "die Bauern mit ihrer rohen Gewalt mit dem armen Schneider verfahren".

Als die Eibesthaler schließlich die Geduld verloren und die Tortur immer härter wurde, verstarb Rothenthaler, ohne daß seine Schuld bewiesen wurde.
Eilig wurde der herrschaftliche Richter geholt, und mit falschen Zeugenaussagen, gefälschten Dokumenten und ohne Ahnhörung es Beschuldigten wurde vom Richter ein Todesurteil abverlangt, welches dieser schließlich ausstellte.

Im Februar 1570 schließlich wurde Leichnam gehenkt, damit der Richter nicht merke, daß Rothenthaler bereits tot war. Es fiel ihm jedoch auf, daß er sich "wenig" bewege, was die Peiniger auf die Folter schoben und seinen schlechten Gesundheitszustand.

Der tote Körper schwitzte jedoch 11 Wochen und 5 Tage Blut. Als es den Eibesthalern schließlich unheimlich wurde, wurde der Prozess durch ein ordentliches Gericht neu aufgerollt.
Der wahre Schuldige wurde gefunden, und mitsamt jenen Leuten, die Rothenthaler um sein Glück gebracht haben, verurteilt.

Das war nun die wahre Geschichte, und in Zukunft wird sie hier etwas ausführlicher erzählt werden.