Chronik & Kellergassen

 

Vorwort:

Ich selbst lebe seit meiner Geburt in Eibesthal und es gefällt mir hier besonders gut. Warum das so ist, kann wohl nur ein Eibesthaler verstehen.

Früher lebten wir in einer Art "blended isolation", rundherum eingegrenzt von Hügeln und die Straßen von und nach Eibesthal hatten noch nicht den Standard von heute.
Vielleicht sprechen deshalb einige Lästermäuler von "Inzüchtlern"; doch wie sagt ein altes Sprichwort: "Warum in die Ferne schweifen, liegt das Gute doch so nah." Und seine Vorzüge hat es ebenfalls, wenn jeder jeden kennt.

Jahrelang fing man sich böse Blicke (wenn nicht gar "handfestere" Argumente) ein, wenn man die Eibesthaler "Schneiderhänger" nannte. Mittlerweile können wir mit diesem Ausdruck leben, weil wir ihn als Teil unserer Geschichte ansehen.
Wie es dazu kam, können Sie im Menüpunkt Schneider nachlesen.

Die bewegte Geschichte der Gemeinde können Sie in der Chronik nachlesen. Weiters finden Sie die Infos zur Pfarrkirche und zur Schule (Kindergarten bzw. Musikerheim) in eigenen Menüpunkten.

Weiters möchte ich Ihnen noch die Eibesthaler Passion ( www.eibesthaler-passion.at ) ans Herz legen: Eibesthal war in früherer Zeit Austragungsort der "Passionsspiele". In neuer Zeit wurde diese Idee wieder aufgegriffen und in einer zeitgemäßen Variante umgesetzt.

Stolz sind wir auf unsere Kellergassen, den Wein und auf das illustre Vereinsleben (Im Menüpunkt Vereine finden Sie Hinweise zu den Tätigkeiten und Festivitäten der zahlreichen Vereine).

In jüngster Zeit werden immer mehr Betriebe in Eibesthal gegründet. Die Adressen hiezu finden Sie auf einer gleichnamigen Seite.

Nun bleibt mir nichts weiter übrig, als viel Spaß mit dieser Homepage zu wünschen. Vielleicht bekommen Sie ja Lust die eine oder andere Veranstaltung oder den einen oder anderen Weinkeller in "Eiwaschtoi" zu besuchen.

Christian Schön

 

Chronik von Eibesthal

1000 Bei der Gründung der 2. Ostmark wurde Eibesthal wahrscheinlich von Franken besiedelt. Zu dieser Zeit wird die Magdalenenkapelle errichtet.
1278 Das Heer von "Ottokar von Böhmen" hat Eibesthal heimgesucht.
1299 28. April 1299: Erste urkundliche Nennung. Hermann von Ywanstal und seine Frau Christein kauften von Gertraut Zwatwarinne, Friedrich und Sohn Phylip deren gesamten Besitz.
1312 2. März 1312: Hermann von Ywanstal verpfändet seinen gesamten Besitz (ca. 1/4 des Ortes) an das Marichart von Mistelbach.
1360 Das Stift Klosterneuburg wird als Besitzer genannt (wahrscheinlich seit 12. Jh. Besitzer von Lehen).
1414 Dem Fürst Liechtenstein gehören 58 Häuser. Es sind bereits die beiden Ortsteile Ober- und Niederdorf vorhanden.
1419 Bis 1436 toben die Hussitenkriege. Wahrscheinlich wurde auch Eibesthal heimgesucht.
1491 Wolfgang von Herting wird belehnt (Er hatte zwar vorher schon Besitzungen, erhielt aber weitere durch Kauf bzw. Heirat).
1530 Eibesthal erhält das Marktrecht. Ab diesem Zeitpunkt wird Jahrmarkt abgehalten.
1532 Es wird ein Teich gegraben (Der Eisteich, der heute von der Fischereivereinigung genutzt wird.).
1544 Fünfkircher erbt die Besitzungen von Herting.
1569 Zu dieser Zeit ereignet sich die "Schneidergeschichte" (Mehr können Sie im Menüpunkt Schneider nachlesen.).
25. September 1569: Einbruch bei Jakob Herberts.
6. November 1569: Der Schneider Rothenthaler ist von Eibesthal nach Tulln verzogen. Er wird verdächtigt.
31. Dezember 1569: Unter dem Vorwand einer Erbschaft wird Rothenthaler nach Eibesthal zurückgeholt. Folterungen werden durch den Gemeinderat veranlasst.
3. Februar 1570: Rothenthaler stirbt infolge der zu stark angewendeten, unmenschlichen Folterung.
7. Februar 1570: Der Leichnam von Rothenthaler wird aufgehängt (die Richter sollten nicht merken, dass Rothenthaler bereits tot ist).
Der Tote Körper schwitzt 11 Wochen und 5 Tage Blut. Der Prozess wird durch ein ordentliches Gericht aufgerollt. Der wahre Schuldige wird gefunden.
1588 Fünfkircher wird evangelisch. Daher gibt es keinen katholischen Pfarrer mehr.
1596 Es gibt nun einen evangelischen Prediger ein Eibesthal.
1601 Wiedereinstellung eines katholischen Priesters. Fünfkircher hat seinen Kredit (Hafer, Getreide, Erbsen, Wein) nicht zurückgezahlt. Es gibt einen Prozess.
1618 Beginn des 30-jährigen Krieges. Eibesthal wird schwer heimgesucht.
1620 Die Marktobrigkeit umfasst 90 Untertanen, 69 davon gehörten zur Herrschaft Föllim, die im Besitz der Herrn von Nikolsburg waren.
1625 Die Schule wird erstmals erwähnt (Sie befindet sich neben dem Gemeindehaus.).
1651 Liechtenstein erhält Besitzungen von Fünfkircher zugesprochen, da dieser seine Schulden nicht bezahlte.
1657 Liechtenstein muss nach einem Prozess den Gemeindewald den Bauern überlassen.
1660 Der Weinzehent beträgt 14.260 Liter (254 Eimer 11 Maß 3 Seidel).
1661 Der Weinzehent beträgt 27.050 Liter (482 Eimer 30 Maß).
1663 Die Türken dringen bis zur Zaya vor (4 km südlich von Eibesthal); Eibesthal wird evakuiert.
1679 Die Pest wütet in der Gemeinde. Es wird eine Pestkapelle errichtet.
1680 Außerhalb der Gemeindetrift wird ein Weinkeller gegraben.
1683 Zum Schutz vor den Türken wird Getreide vergraben und die Weinkeller vermauert. Die Türken stoßen bis Neubau vor (25 km entfernt).
1703 Es gab viele Plünderungen und Brände während der Kuruzzenzeit.
1713 Bei einer Pestepidemie werden von 70 Häusern "nur" 4 infiziert.
1725 Der Tabakanbau wird verboten. Es wird geplant, die Straße Wien - Brünn (E7) über Eibesthal zu bauen. Die Straße wurde dann jedoch über den Nachbarort gebaut.
1742 Die Preußische Armee stößt bis Nikolsburg vor. Es werden Vorsichtsmaßnahmen getroffen.
1809 Die Französische Armee ziehen durch Eibesthal.
1815 Der Friedhof wird auf seinem jetzigen Standpunkt erbaut (Dieser befand sich früher bei der Kirche.).
1852 Die Leibeigenschaft wird aufgehoben.
1866 Die Preußen sind bis Eibesthal vorgedrungen. Die Lebensmittel werden versteckt.
1866 Die Cholera wütet bis 1867; ca. 100 Menschen fallen ihr zum Opfer. In der Folge errichtet die Gemeinde ein Krankenhaus, das einer Familie zur Betreuung übergeben wird (1-2 Betten).
1885 Infolge eines Brandes wird die Freiwillige Feuerwehr gegründet.
1887 Die Dorfschule wird erbaut.
1904 29. März 1904: Ein Großbrand in Eibesthal. Im Oberort sind 54 Objekte abgebrannt.
Der Gemeindewald wird in eine Genossenschaft umgewandelt.
1908 Das Mistelbacher Spital wird errichtet (früher wurden Kranke nach Nikolsburg gebracht).
1911 Rudolf Wedra gewann die Reichtagswahlen am 20.6.1911 im 38. Wahlkreis (Mistebach, Laa/Thaya, Zistersdorf, Poysdorf, Felsberg, Retz, Oberhollabrunn, Bruck/Leitha und Hainburg).
1914 Ab 1898 finden im zweijährigen Abstand 14 Jahre lang die Passionsspiele statt.
Der Pfarrhof wird erbaut.
I. Weltkrieg (bis 19189: Eibesthal trauert um 52 Gefallene.
1929 Einige Bauern haben schwere Verluste an der Wiener Börse
1938 Es gibt eine schwierige wirtschaftliche Situation. 22 Bauern sind knapp vor einer Versteigerung.
1939 II. Weltkrieg (bis 1945): Eibesthal zählt 55 Gefallene.
1940 Bei einem schweren Unwetter werden vier Menschen an zwei unterschiedlichen Orten vom Blitz erschlagen.
1945 16. - 19. April 1945: Der letzte starke Widerstand der deutschen Truppen (Schlacht um Mistelbach). Dabei werden 5 Zivilisten getötet und das Niederdorf und die Kirche (insgesamt 60 Objekte) abgebrannt. Es gab auch große Plünderungen.
1951 Die neuen Kirche wird am 15. August eingeweiht.
1967 Der Musikverein wird neu gegründet.
1971 Dei Ortswasserleitung wird gebaut.
1972 Eibesthal wird eine Katastralgemeinde der Großgemeinde Mistelbach.
1973 Am 8. April 1973 stirbt Pfarrer Dr. Anton Brunnauer. Er betreute die Gemeinde seit 1939.
Im September übernimmt Prof. Karl Wochner die Pfarrgemeinde Eibesthal.
Ab diesem Jahr verkehrt auch der Postautobus nach Eibesthal.
1975 Im Dezember 1975 wird die Volksschule geschlossen. Die Kinder müssen ab nun nach Mistelbach.
1976 Im September 1976 wird der NÖ Landes-Kindergarten Eibesthal eingeweiht. Er befindet sich im Erdgeschoss der ehemaligen Volksschule.
1977 Der Fußballverein wird neu gegründet.
1979 Beginn der Grundzusammenlegung 1.073 ha - 352 Parteien
1983 Übergabe der Grundstücke.
Nach der Kommassierung wurden alle Marterl, Feldkreuze wieder neu errichtet bzw. renoviert (Mehr Information hiezu im Menüpunkt Pfarrkirche.)
Baubeginn der ersten Siedlung am Sauberg.
1988 Die Milchkammer wird geschlossen.
1994 3 schwere Gewitter überfluten zahlreiche Häuser.
1995 Errichtung des neuen Zeughauses der FF Eibesthal, welches 1998 fertiggestellt wird.
1997 6 Keller sind nach einem Wasserrohrbruch eingestürzt.
1998 Neue Straßennamen und Hausnummern werden vergeben.
1999 Uraufführung der "Eibesthaler Passion" (Mehr Information: www.eibesthaler-passion.at).
Wiederaufführung im Jahr 2000, die nächste Aufführung findet 2005 statt.
Baubeginn des Schmutzwasserkanals.
Die FF-Eibesthal kauf unter Beteiligung der Ortsbevölkerung ein neues Tanklöschfahrzeug an. Es wird auch das neue Zeughaus eingeweiht und die Bezirksfeuerwehrkämpfe finden in Eibesthal statt.
2000 Das Millennium wird mit einem Riesen-Feuerwerk am Sportplatz und einer Disco und der Unterkirche gefeiert.

© Matthias Schöfbeck

 

 

Eibesthal und seine Kellergassen

Eibesthal liegt im Herzen des Weinviertels, ca. fünf Kilometer nordöstlich von der Bezirkshauptstadt Mistelbach. Derzeit leben hier ungefähr 800 Menschen.
Im Norden schließt an den Ort ein großer Wald an. Ein Grund, warum der Ort im allgemeinen als ruhig und abgeschieden gilt, ist in der Tatsache begründet, dass es fast keinen Durchzugsverkehr gibt.
Wenn man, von Mistelbach kommend, auf den Ort blickt, so wird einem auffallen, dass sich die, für das Weinviertel typisch, geduckt wirkenden Häuser über eine Länge von ca. 3 km entlang des Eibesbaches ziehen, während die Breite des Dorfes, abgesehen vom Ortskern rund um die Kirche, eher bescheiden ausfällt.

Das Geschehen im Dorf ist von einem regen Vereinsleben geprägt. Derzeit gibt es insgesamt 23 Vereine mit zahlreichen Mitgliedern, wobei Bewohner, die keinem Verein angehören, eher die Ausnahme sind.
Dieses aktive Betätigen am Dorfleben innerhalb und auch außerhalb von Vereinen sorgt für ein gedeihliches Miteinander, wobei das Zusammengehörigkeitsgefühl stark ausgeprägt ist.
Dies zeigt sich in den vielen Festen, wie z.B. Kirtag, Ortsweinkost, Arkadenkonzert, Feuerwehrheuriger, Wandertag, Theater der Jugend, Bälle und viele mehr.

Obwohl die Stadt Mistelbach in der Nähe liegt, gibt es in unseren Ort einige Gewerbebetriebe, wie z.B.: Dorfwirtshaus, Fleischerei, Greißlerei, 2 Elektroinstallateure, ein Unternehmen für Erd- und Baggerarbeiten, eine Bankaußenstelle und 2 Heurigen.

Die Besiedelung des Ortes erfolgte im 11. Jahrhundert n. Chr., Die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1299. Eibesthal blieb selten von einem der größeren Kriege in Europa in den letzten Jahrhunderten verschont, wobei häufig Kellerröhren als Zufluchtsstätte für die Zivilbevölkerung dienten.
Das Gut Liechtenstein spielte lange Zeit als Grundherrschaft eine wichtige Rolle im Ort.
Von 1530 - 1750 besaß Eibesthal das Marktrecht. In diese Zeit fällt auch eine Begebenheit, die den Eibesthalern den Spitznamen "Schneiderhänger" eingebracht hat. Am 25. September 1569 wurde bei einem gewissen Jakob Hebert eingebrochen. Der Schneider Rothenthaler, der kurz darauf nach Tulln zog, wurde verdächtigt. Unter dem Vorwand einer Erbschaft wird er nach Eibesthal zurückgelockt und verhört. Da er kein Geständnis ablegte, wurden durch den Gemeinderat Folterungen veranlasst, denen er letztendlich erlag. Der Leichnam von Rothenthaler wurde aufgehängt. Die Tatsache, dass der Tote 11 Wochen und 5 Tage Blut schwitzte, wurde den Verantwortlichen immer unheimlicher. Deshalb wurde der Fall durch ein ordentliches Gericht neu aufgerollt, wodurch der wahre Schuldige gefunden wurde.

1852 wurde die Leibeigenschaft abgeschafft.
Ein erwähnenswertes Ereignis stellt auch die Feuersbrunst dar, die im Jahre 1904 im oberen Teil des Ortes wütete und bei dem insgesamt 54 Objekte abbrannten.
Im 2. Weltkrieg brannte der untere Teil von Eibesthal, wobei 60 Gebäude und die Kirche zerstört wurden. Durch die tatkräftige Unterstützung aller Eibesthaler konnte die Kirche 1948 - 1951 neu aufgebaut werden. Eine Besonderheit des neuen Gotteshauses ist der große Saal unter der Kirche, der für viele Veranstaltungen genutzt wird.

Dass sich durch Gemeinschaftsgeist und Engagement große Projekte verwirklichen lassen, haben die Eibesthaler Ende des 19 Jh. bewiesen. Zwischen 1898 und 1911 wurden in 9 Jahren Passionsspiele im großen Stil aufgeführt, wofür man eine 800 Personen fassende Holzhalle am Schulberg baute. Besucher kamen aus vielen Teilen der Monarchie, aus ganz Europa und Übersee; sogar Vertreter des Kaiserhauses besuchten die Vorstellungen, bei denen bis zu 200 Eibesthaler mitwirkten.
Seit 1999 wird diese Tradition mit der "Eibesthaler Passion", einer Darstellung der Markuspassion mit ca. 1 m hohen Holzfiguren der slowakischen Künstlerin Jana Pogorielovà, fortgesetzt. Text und Dramaturgie stammen von dem Eibesthaler Theologen Andreas Strobl, Regie führte der Dresdner Dr. Olaf Bernstengel.
Die Aufführungen 1999 und 2000 in der Pfarrkirche waren ein vielbeachteter Erfolg. Weitere Aufführungen dieser weltweit einzigartigen Darstellungsform der Passion Christi werden im Jahr 2005 stattfinden.
Zum Anlass der "neuen" Passionsspiele wurde die Passionsweingemeinschaft gegründet. Man keltert mit besonderen Qualitätsrichtlinien im gemeinsamen Presshaus Weine der Sorte Grüner Veltliner und Cuvée rot aus Zweigelt und Blauburger und vermarktet diese Produkte unter dem Namen "Eibesthaler Passion". Dieser Name soll sowohl einen Hinweis auf die Spiele im Ort geben, als auch auf die Leidenschaft des Weingenusses - eben eine "Passion"!

Ein in den mittelalterlichen Hausberg - den sogenannten Schenkberg - getriebenes Kellergewölbe unseres Dorfwirtshauses wurde von engagierten Eibesthaler Winzern zu einer Vinothek umgestaltet. In diesem gemütlichen Ambiente haben schon einige Besucher bis in die frühen Morgenstunden die verschiedenen Eibesthaler Qualitätsweine verkostet.

Derzeit sind in Eibesthal ca. 42 ha mit Weingärten bestockt, die von 40 Weinbauern bewirtschaftet werden. Diese Weingärten sind zum Großteil mit den Sorte Grüner Veltliner (55%) und Welschriesling (12%) bepflanzt. Weitere Sorten sind Müller Thurgau, Frühroter Veltliner, Weißburgunder, Rheinriesling und Muskat Ottonel. Bei den Rotweinsorten sind Zweigelt und Blauburger erwähnenswert.
Auch in früheren Zeiten spielte der Weinbau schon immer eine gewichtige wirtschaftliche und gesellschaftliche Rolle. Dass sich viele dem Ort umgebenden Felder gut für den Weinbau eignen, merkten unsere Vorfahren schon vor hunderten Jahren.
Mitte des 17. Jh. war ca. ¼ der Ackerfläche mit Weinreben bestockt, was sich auch in der Höhe des Weinzehents niederschlug. Dieser betrug im Jahre 1661 insgesamt 27 050 Liter. Der Weinzehent, 1/10 der Weinernte, war eine Abgabe für die Grundherrschaft.
Zur Lagerung des Weines wurden am Rande der Ortschaft um 1680 mit Kellergrabungen begonnen. Bei der Auswahl der Lage spielten mehrere Faktoren eine Rolle, wie die Nähe zu den Weingärten, Beschaffenheit des Bodens, Topologie des Geländes, Grundwasser, Zufahrten, Nachbarschaftshilfe und vieles mehr.
Die Presshäuser vor den Kellerröhren entstanden zu einer großen Zahl ca. 100 Jahre später. Sie dienten und dienen als Arbeitsstätte zur Kelterung des Weines und häufig auch gleichzeitig als Verkostungs- und Verkaufsraum.
Das traditionelle Baumaterial war der ungebrannte Lehm. Er wurde zu Ziegeln geformt, die luftgetrocknet wurden, oder vermischt mit Erde und "G'hack" (gehacktes Stroh, Grannen) zu "Batzenmauerwerk" oder "Wuzelmauern" verarbeitet. Später wurden auch gebrannte Ziegel verwendet. Für den Dachstuhl wurde gehacktes und, als Sägewerke verbreiteter waren, gesägtes Holz verarbeitet. Die Dachdeckung bestand aus Stroh, später - oftmals erst knapp vor dem 2. Weltkrieg - wurde dieses durch Dachziegel ersetzt. Hierbei wurde häufig der ´Frättingsdorfer´ Dachziegel verwendet, der im Ziegelofen im nahegelegenen Ort Frättingsdorf erzeugt wurde. Die Türen sind ca. 185 cm hohe und ca. 145 cm breite, einfach ausgeführte Holztüren von massiver Bauweise, da sie ja das Eigentum der Winzer in den abgelegenen Kellergassen beschützen sollen. Die Schlösser sind groß und schwer, ebenso die Kellerschlüssel, vielleicht deshalb, damit ein Verlust beim Nachhausegehen sofort auffällt. Die Fenster sind klein mit eingemauerten Fensterstöcken und dienen weniger der Beleuchtung als der Belüftung. An sehr kalten Tagen wurden sie mit Stroh verstopft, für ausreichendes Licht bei der Arbeit sorgt die offenstehende Kellertür.

In Eibesthal sind die Kellerröhren, von denen es ca. 180 gibt, selten über 2,5 m breit. Dies hängt mit der eher geringen Tragfähigkeit des Bodens zusammen. Erst im Nachhinein wurden auch viele Kellerröhren gewölbt. Die größte von diesen Röhren ist der sogenannte "Schulkeller".
Von den ca. 95 Presshäusern führt meistens eine Röhre in die Tiefe. Falls noch eine zweite vorhanden ist, ist diese häufig sehr kurz.
Vor ungefähr 15 Kellerröhren steht ein Presshaus mit einem Schüttkasten als Obergeschoss. Darin wurde das Getreide aufgeschüttet und gelagert.
Nur mehr rund ein Drittel der Eibesthaler Keller wird heute noch im ursprünglichen Sinne genutzt.

Die Keller teilen sich auf 3 Kellergassen auf:

Eine reine Kellergasse, der "Pfandnerweg", zweigt von der Hauptstraße links in Richtung Wald ab. Obwohl nur mehr 3 Keller weinbaumäßig genutzt werden, bemühen sich die meisten Eigentümer, die Keller instand zu halten. Es ist sogar geplant, sie im Rahmen des Kellergassenrevitalisierungsprogramms zu sanieren und danach für Veranstaltungen zu nützen.

Die Kellergasse am Ende des Ortes Richtung Wetzelsdorf, die sogenannte "Viehtrift", beherbergt heute die meisten weinbaulich genutzten Keller. Sie wurde schon in den vergangenen Jahren für den gemütlichen Abschluss des Wandertages mit offener Kellertür genützt, wozu besonders einige schattige Plätze einladen.

Eine weitere Kellergasse lädt durch die ruhige Lage und das Licht der untergehenden Sonne zum gemütlichen Beisammensein ein. Sie verbindet die Kellern um den ehemaligen liechtenstein´schen Meierhof mit den Kellerplatz beim Schenkberg.

Wir Eibesthaler sind besonders stolz, dass die einzig bekannte "Kelleroper" von 4 Eibesthalern getextet und komponiert wurde.
Es wurde die Weinviertler Sage verarbeitet, in der ein Weinbauer dem Tod entrinnen wollte und diesen in ein Weinfaß sperrte. Als im Himmel das Fehlen des Todes schließlich auffiel, weil keine Menschen mehr starben, schickte man einen Engel, der den Tod suchte und befreite.
Der Tod aber macht seitdem einen großen Bogen um jenen Weinbauern und seit damals wandert dieser, vergebens den erlösenden Tod suchend, irrend durch das Weinviertel.
Dieses Stück für "4 Personen und 1 Baumpresse" erfordert die sinnliche, ruhige Stimmung, die man eben nur in einem alten Preßhaus findet.

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© Theresia Bachhammer, Ferdinand Schöfbeck, Matthias Schöfbeck